Quereinstieg in die außerklinische Intensivpflege: Geht das auch ohne Erfahrung?

Die außerklinische Intensiv- und Beatmungspflege gilt als eines der anspruchsvollsten Spezialgebiete der Pflege – deshalb halten sich viele erfahrene Pflegefachkräfte für den Einstieg zurück, weil sie glauben, ohne einschlägige Vorerfahrung keine Chance zu haben. Ein Blick in aktuelle Stellenanzeigen zeigt: Das stimmt so nicht.

Warum viele Arbeitgeber gezielt Quereinsteiger suchen

Der Fachkräftemangel in der außerklinischen Intensivpflege ist so ausgeprägt, dass es in vielen Regionen üblich geworden ist, neue Patiententeams erst nach mehreren Monaten Wartezeit vollständig besetzen zu können. Als direkte Folge schreiben zahlreiche Intensivpflegedienste Stellen ausdrücklich „auch ohne Vorerfahrung in der Intensivpflege" aus und bieten stattdessen eine strukturierte, oft mehrwöchige Einarbeitung an.

Was Sie mitbringen müssen – und was nicht

Die einzige feste Voraussetzung bleibt eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachkraft, Gesundheits- und Krankenpfleger:in, Kinderkrankenpfleger:in oder Altenpfleger:in. Erfahrung speziell mit Beatmungsgeräten, Trachealkanülen oder 1:1-Betreuung wird bei vielen Ausschreibungen ausdrücklich als „von Vorteil, aber keine Bedingung" bezeichnet.

Was stattdessen häufig zählt:

  • Bereitschaft, sich in ein neues, technisch anspruchsvolleres Feld einzuarbeiten
  • Psychische Belastbarkeit im Umgang mit schwerstkranken Patientinnen und Patienten
  • Selbstständiges Arbeiten, besonders bei häuslicher 1:1-Versorgung
  • Verlässlichkeit im Schichtsystem

Wie der Einstieg typischerweise abläuft

In der Regel beginnt der Quereinstieg mit einer intensiven Einarbeitungsphase direkt beim jeweiligen Patienten, oft begleitet durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Parallel oder im Anschluss ermöglichen viele Arbeitgeber den Erwerb des Basiskurses außerklinische Beatmung (üblicherweise rund 120 Stunden) oder unterstützen den Weg zur vollständigen, meist zweijährigen Fachweiterbildung – häufig unter vollständiger oder teilweiser Kostenübernahme.

Lohnt sich der Wechsel finanziell?

Ja, in den meisten Fällen deutlich. Wie unser Ratgeber zum Gehalt zeigt, liegen die Gehälter in diesem Spezialgebiet regelmäßig über dem Durchschnitt der allgemeinen Alten- und Krankenpflege – und mit abgeschlossener Weiterbildung steigt das Gehalt in der Regel noch einmal spürbar.

Der erste Schritt

Wer über einen Wechsel nachdenkt, muss nicht zwingend zuerst eine Weiterbildung beginnen. Der pragmatischere Weg ist oft der umgekehrte: eine Stelle finden, die ausdrücklich Berufserfahrene ohne Intensivpflege-Hintergrund willkommen heißt, und die notwendige Qualifikation berufsbegleitend nachholen – mit vollem Gehalt vom ersten Tag an.

Auf Beatmungsjobs.de erkennen Sie auf einen Blick, welche Stellen ausdrücklich auch ohne Vorerfahrung in der Intensivpflege ausgeschrieben sind.