Fachweiterbildung außerklinische Beatmung: Ablauf, Dauer und Kosten
Die außerklinische Intensiv- und Beatmungspflege ist ein hochspezialisiertes Feld – entsprechend führt der Weg dorthin über eine gezielte Weiterbildung. Wer sich für diesen Karriereschritt interessiert, stellt sich meist dieselben Fragen: Wie lange dauert das? Was kostet es? Und muss ich dafür schon Erfahrung mitbringen?
Die Grundvoraussetzung
Ausgangspunkt ist immer eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung in einem Pflegeberuf – als Pflegefachkraft, Gesundheits- und Krankenpfleger:in, Kinderkrankenpfleger:in oder Altenpfleger:in. Mehrjährige Berufserfahrung ist für den Einstieg in die Weiterbildung in der Regel nicht zwingend erforderlich.
Zwei Wege: Basiskurs oder volle Fachweiterbildung
In der Praxis begegnen einem in Stellenanzeigen zwei unterschiedliche Qualifikationsstufen:
Der Basiskurs außerklinische Beatmung umfasst üblicherweise rund 120 Stunden und vermittelt die praktischen Grundlagen für den Einstieg in die Beatmungspflege. Er wird häufig berufsbegleitend absolviert und ist deutlich schneller zu schaffen als die volle Fachweiterbildung.
Die vollständige Fachweiterbildung zur „Pflegefachkraft für außerklinische Intensivpflege" bzw. „außerklinische Beatmung" ist eine staatlich anerkannte, in der Regel zweijährige Weiterbildung, meist ebenfalls berufsbegleitend organisiert. Sie schließt mit einer anerkannten Prüfung ab und eröffnet in der Regel eine bessere tarifliche Eingruppierung.
Wer bereits eine Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie besitzt, kann diese häufig durch einen kürzeren Aufbaukurs speziell für außerklinische Beatmung ergänzen.
Was die Weiterbildung kostet
Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten der Fachweiterbildung ganz oder teilweise, besonders wenn sie intern durchgeführt oder mit einer Bindungsklausel verknüpft wird – ein Punkt, den es sich lohnt, schon im Vorstellungsgespräch aktiv anzusprechen. Daneben gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung durch die Agentur für Arbeit: Interessierte müssen dafür in der Regel mindestens 45 Jahre alt und in einem Betrieb mit weniger als 250 Beschäftigten angestellt sein, und die Weiterbildung muss außerhalb des eigenen Betriebs bei einem zugelassenen Träger stattfinden.
Lohnt sich der Aufwand?
Kurz gesagt: In den meisten Fällen ja. Die außerklinische Intensiv- und Beatmungspflege gehört zu den Bereichen der Pflege, in denen der akute Fachkräftemangel Arbeitnehmern eine spürbar bessere Verhandlungsposition verschafft – bei Gehalt, Arbeitszeitmodell und teilweise auch bei Willkommensprämien. Wer sich fachlich weiterqualifiziert, verbessert damit nicht nur das eigene Können, sondern in aller Regel auch die eigene Bezahlung.
Was, wenn ich noch keine Erfahrung habe?
Viele Arbeitgeber in diesem Bereich schreiben inzwischen explizit auch für Bewerberinnen und Bewerber ohne Vorerfahrung aus – mit dem Angebot, die notwendige Qualifikation berufsbegleitend nachzuholen. Wer unsicher ist, ob der Einstieg auch ohne Fachweiterbildung möglich ist, findet dazu mehr in unserem Ratgeber-Artikel zum Quereinstieg.
Auf Beatmungsjobs.de sehen Sie direkt bei jeder Stellenanzeige, ob eine Fachweiterbildung erforderlich ist oder ob der Einstieg auch ohne Vorqualifikation möglich ist.